RPG-Blog-O-Quest #025: Finsteres & Finsterlinge

Die Fragen für diesen Monat drehen sich um das Thema Finsteres & Finsterlinge und kommen von Nerd-Gedanken.

1. Was war die bösartigste Intrige gegen die Heldengruppe Deines Charakters/Deinen Charakter, die Du bisher im Spiel erlebt hast – und wie ging die Sache aus?

Ich glaube das war noch zu Shadowrun 4 Zeiten, im guten alten RRP in der ADL. Auf uns Spielern war, aus den unterschiedlichsten Gründen, eine NSC-Gruppierung ziemlich wütend. Jedes Mitglied verfolgte zum einen seine eigenen Pläne und Interessen, aber ihr gemeinsames Ziel waren unsere SC’s. Einer der NSC’s war sehr begabt Verkleidungsspezialist mit Adeptenkräften wie Gesichtsformung usw. Während unsere Gruppe außer Gefecht gesetzt wurde, rannte dieser NSC durch die Gegend und versuchte gezielt unsere Verbündeten, Connections und die Öffentlichkeit gegen uns aufzubringen. Wie zum Beispiel ein Mord vor laufenden Kameras, oder einen Anschlag auf unseren Auftraggeber Brackhaus, oder aber die gesamte Yakuza des RRP gegen uns zu stellen (Was eher aus der Gesamtsituation und unseren Reaktionen geschah, als nur aktiv durch den NSC allein. Immer noch beste Szene ever die ich erlebt habe in SR).
Natürlich konnten wir die Situation „heldenhaft“ klären. Wir spürten den NSC auf und verhörten ihn. Am Ende hatten wir eine Aufzeichnung mit der wir einige Sachen klären und unseren Namen wieder reinwaschen konnten.

2. Gefährliche Augenblicke bei Rollenspielszenen wollen passend untermalt werden. Was bringt Dich in Spannungs-Stimmung, wenn Du Spieler bist? Welche spielexternen Mittel nutzt Du als Spielleiter, um deine Spieler das Fürchten zu lehren?

Als Spieler kommt für mich die Spannung von der Art und Weise wie der SL die Szenen beschreibt und wie sehr diese ausgeschmückt sind um diese Immersion in mir zu wecken. Als SL nutze ich keine externen Hilfsmittel, da fürchten sich die Spieler schon genug vor meinen Gemeinheiten, die ich für sie auf Lager habe ;-).

3. Hast Du schon einmal einen Charakter in einer ‚böse‘ gesinnten Heldengruppe gespielt? Wenn ja, wie erfolgreich waren die Heldencharaktere beim Lösen ihrer Aufgaben? Wenn nein, hättest Du Lust, es auszuprobieren? Wenn Du keine Lust darauf hast, wieso nicht?

Das ist Betrachtungssache. Im Grunde sind alle Shadowrunner „böse“, wenn man es mit moralischen Standards betrachtet. Wenn ich nach den Alignments in D&D, oder Pathfinder gehe, dann ist die Antwort Nein. Lust und Laune hab ich jedenfalls dazu und ich glaube ich habe für Pathfinder sogar ein komplette Kampagne in der die Helden die Bösen spielen.

4. Was macht Deiner Meinung nach einen gelungenen, schurkischen Bossgegner aus, damit er mehr als gesichtslose Metzelmasse mit vielen Lebenspunkten ist?

Er sollte eine eigene Geschichte haben und aus dieser sollte sich dann seine Motivation ergeben, die ihn zu einem wirklichen Schurken machen. Ebenso sollte er einen größeren Plan verfolgen und auf die Aktionen der „Helden“ reagieren. Das wären so Dinge die ihn zu einer Persönlichkeit machen und nicht zu einer Tabelle mit Werten.

5. Welches Schurkenklischee kannst Du gar nicht leiden, wenn es Dir bei einem Plot begegnet – und warum?

Einfache, simple und stumpfe Rache. Ein Klischee welches in Film, Fernsehen und Spielen oft genug genutzt wird. Für mich steckt dahinter nichts Interessantes. Das Motiv an sich kann man auf vielfältige Weise nutzen, aber einfach nur „töte XYZ“ ist mir zu stumpf.

Bonusfrage:
Richtig düster wird es für mich beim Rollenspiel, wenn das Licht ausgeht … oder aber Knabbereien, Getränke, oder Zigaretten leer sind.

4 Kommentare zu “RPG-Blog-O-Quest #025: Finsteres & Finsterlinge

  1. Du schreibst, alle Shadowrunner seien „böse“. Ich hatte auch schon eine Runde, wo der Gruppenkonsens war, eher „gute“ Charaktere zu spielen, mehr so die Robin Hoods unter den Shadowrunnern. Deren moralische Skrupel und eben die Schwierigkeiten, Runs möglichst sozialverträglich durchzuziehen, waren auch durchaus spannend.
    In unserer jetzigen Gruppe sind wir zwar vielleicht keine ganz so strahlenden Robin Hood-Helden, aber gewisse Skrupel haben die Charaktere durchaus auch noch. Das ist eine Mischung, die mir so ziemlich gut gefällt.

    • Das stelle ich mir extrem schwierig vor, alles so zu lösen und dabei auch noch einem moralischen Kompass zu folgen. Aber wenn die Gruppe sich darauf geeinigt hat und alle auch so gespielt haben und der SL dementsprechend geleitet hat, hat das meinen Respekt verdient.

      Wenn ich mir meine Gruppe ansehe, dann ist sowas bei weitem keine Option, die zuerst Anwendung findet. Selbst wenn ich mal einen Run sogar so vorgesehen habe, das man alles so schaffen kann und dabei nicht einmal eine Waffe ziehen muss, schaffen die SC’s es mit irgend jemanden anzuecken. Und Rückzug ist für einen Großteil meiner Spieler leider keine Option. Sie würden lieber bis zum letzten Atemzug kämpfen. Wenn sie es aber wirklich mal ohne eine einzige Konfrontation schaffen, dann sind sie auch überrascht wie „einfach“ das war.

      Ich bin in meiner Annahme davon ausgegangen wie ich SR verstehe, wie sich SR selbst beschreibt und wie ich es durch leiten und spielen selber mitbekommen habe. Von Charakteren die auch keine Skrupel haben Gefangene zu foltern, dutzende von Wachmannschaften eliminieren, oder sich durch Lügen, Betrügen und stehlen selbst bereichern.

      • Ich wollte mit meinem Kommentar auch keinesfalls verneinen, dass das Spiel üblicherweise und moistens so verstanden wird. Ich wollte lediglich anmerken, dass man es auch anders auslegen kann – und ich persönlich es auch schon anders erlebt habe.

  2. Pingback: RPG-Blog-O-Quest #25: Finsteres & Finsterlinge – GREIFENKLAUE – BLOG

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